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Gedichte mit und über den Mond

Poesie des Mondes


Freund Mond

Du alter Zaubermeister
Schleichst wieder durch die Nacht
Und lenkest deine Geister
Mit deines Blickes Macht.

Im Wolkenmantel schreitest
Du bald vermummt einher,
Bald Glanzes Fülle breitest
Du über Land und Meer.

Dein leuchtend Schweigen wirket
Auf Erden wundermild,
Und was dein Schein umzirket,
Tauscht Wesen und Gebild.

Geheimnisvolle Schatten
Und träumerisches Licht
Wirft über Berg und Matten
Dein ruhig Angesicht.

Und machst du Felsen wanken
Aufblitzen hartes Erz,
Was träufst du für Gedanken
Ins weiche Menschenherz.

Zu dir schreit Angst und Jammer
Aus tiefer Not empor,
Zu dir hebt in der Kammer
Sehnsucht die Händ´ empor.

Auf deinen Beistand bauet
Hoffnung in jedem Kleid,
Dir wird getrost vertrauet
Der Liebe Lust und Leid.

Nachtwandler, deine Bahnen
Zieh unter Sternen hin,
Das Volk darf es nicht ahnen,
Dass ich dein Günstling bin.

Julius Wolff

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