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Gedichte mit und über den Mond

Poesie des Mondes


Mond hinter Wolken

Mond hinter Wolken, fließendes Licht
Wanderst unmerklich, bald außer Sicht
Sitze schon lange, schaue dir nach
Mond hinter Wolken, du hältst mich wach
Sollt’ ich nicht schlafen, wie’s andere tun?
Tags muß ich wach sein, dann ist kein Ruh’n
Dich kümmert’s wenig, ein Traum nur die Zeit
Erfindung, Schauspiel, Unwirklichkeit

Wolkenkulisse zieht still einher
Hohes Gebirge, silbernes Meer
Wechselnde Schleier, nächtlicher Tanz
Rastloses Dunkel trägt deinen Glanz

Plötzlich voll sichtbar, scheinst du so kalt
Stein in der Ferne, reglos, uralt
Mondlicht, das grelle, hat kein Gesicht
Wird erst lebendig, wenn es sich bricht

Sollte längst schlafen, find’ keine Ruh’
Mond hinter Wolken, ich schau’ dir zu
Bild, das mich fesselt; was ist es nur
Das mich verbindet dem Spiel der Natur?

Still ist’s dort draußen, still in mir auch
Dennoch Bewegung, leise ein Hauch
Ganz sanft ein Rauschen, Blätter im Wind
Wie eine Ahnung, Momente als Kind

Mond hinter Wolken, du fernes Land
Und doch so vertraut, als wär’n wir verwandt
Stilles Geheimnis, das du mir schenkst
Ahn’ ich’s erst heute, wußte ich’s längst?

Als wär’ in mir etwas, das immer schon war
Das alt ist wie du, so kalt und so klar
Das oft zu dir aufsah, seit ferner Zeit
In dir sich erkennt, sein Licht mir leiht.

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