![]() Auch Astarot (griech.; hebr. Aschtoret, aramä. Attar) genannt. Eine westsemitische große Göttin und Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit. Dargestellt wird sie mit Mondsichelhörnern (Kuhgehörn und Sonnenscheibe). In dieser Eigenschaft ähnelt sie den zahllosen aufbauenden und zerstörenden Göttinnen, deren Kult den Ablauf der Jahreszeiten wiederspiegelte. Nach dem Winter oder einer Dürrezeit kehrt die Muttergottheit auf die Erde zurück und vermählt sich mit dem Himmelskönig. Als Folge der Heiligen Hochzeit sprießt das frische Grün und alles schreitet zur Paarung. Aus der Naturgöttin Astarte leitet sich der Dämon Astarot ab. Den Astarte-Kult förderte der biblische Salomo auf Anregen seiner Tempelpriesterinnen (1. Könige 11,5). Die orgiastischen Riten zu ihren Ehren erzürnten mittelalterlich-christlichen Autoren zufolge den biblischen Gott und verwandelten die weibliche Astarte in den männlichen Astarot, der als halb schwarzer, halb weißer Mann mit üblen Atem dargestellt wird. Als einer der führenden Dämonen steht er 40 Legionen des höllischen Heeres vor. Astarot zu beschwören soll nur am Mittwoch in der zehnten und elften Nachtstunde gelingen. Die Umwandlung der Göttin in einen männlichen Dämon der Unterwelt mag aus Frauenverachtung geschehen sein, ist aber nicht ganz abwegig, bedenkt man, daß die Große Göttin als Gottheit schlechthin galt. Solche Gottheiten sind auch doppeltgeschlechtlich gedacht; die Göttin der Fruchtbarkeit ist auch Gottheit des Todes und der Unterwelt. Astarte ist außerdem eine Göttin westsimitischer Herkunft und wurde seit der 18. Dynastie bis hinein in die Ptolemäerzeit verehrt. Als Göttin der Liebe wird sie mit Hathor gleichgesetzt und trägt das Sistrum als Kopfschmuck. Als Göttin des Krieges ist sie zusammen mit Anat die "Herrin der Pferde und Wagen" und beschützt den König im Feldzug. In dieser Funktion wird sie mit einem Schild und Speer und einer Krone mit Federn (manchmal auch ein Bänderpaar) dargestellt. Sie wurde besonders in Memphis verehrt, wo sie als Tochter des Ptah galt. Außerdem ist sie noch eine kanaanit. (ugarit.) Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin und Herrin des Krieges, auf die Göttin Ischtar babylonischen Ursprungs (Mesopotamien) zurückzuführen. |